Traumhafter Yachtcharterurlaub in Europas schönster Wassersportregion
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Thementour Finowkanal April/Mai 2009

Thementour Finowkanal mit Yacht Charter Heinzig

Mit Yacht Charter Heinzig auf Thementour

Der Finowkanal: Seit seiner Einweihung 1746 verbindet er die Havel mit der Oder und beeinflusste maßgeblich die wirtschaftliche Entwicklung der Region im Osten Brandenburgs bis hinein ins 20. Jahrhundert. Heute wird diese älteste noch schiffbare Binnenwasserstraße Deutschlands ausschließlich für den maritimen Tourismus genutzt. Während der romantischen Passage wird man um Jahrzehnte zurück versetzt, denn Beschaulichkeit dominiert. Kein Wunder, dass immer mehr Charterurlauber den Finowkanal für einen Bootsurlaub in Deutschland entdecken.


Text und Fotos: Doris und Andreas Saal, www.fotomaritim.de


Schon vier seiner „Thementouren“ konnte Yacht Charter Heinzig erfolgreich beenden und so stand als fünfter Törn dieser Art der historische Finowkanal auf dem Programm. Als Chartertörn mit einem aufwändig organisierten Landgangprogramm bietet er sich geradezu an. Das Revier verspricht Erholung pur, zugleich aber auch Kultur, touristische Sehenswürdigkeiten und deutsche Geschichte.
Treffpunkt zur „Finowkanaltour“ war wieder der ADAC-Stützpunkt Marina Ringel in Alt-Töplitz an der Potsdamer Havel. Dieser gastfreundliche Hafen ist gleichzeitig Charterbasis von Familie Heinzig. Für die siebentägige Reise, man könnte auch „Flottentörn“ sagen, lagen zwölf Yachten am Steg zum Auslaufen bereit. Ihre Crews bestanden aus insgesamt 42 Teilnehmer. Sie kamen aus dem gesamten Bundesgebiet angereist, viele von ihnen konnte Heinzig als langjährige Charterstammkunden begrüßen. Sein Team hatte die Strecke vorher detailliert ausgearbeitet. Soll heißen: Über die Potsdamer Havel direkt nach Berlin, vorbei am legendären Wannsee zur Schleuse Spandau und über die anschließende Havel-Oder-Wasserstraße bis zum spektakulären Schiffshebewerk Niederfinow. Vom kleinen Städtchen Oderberg über den alten Finowkanal wieder bis zur Havel-Oder-Wasserstraße und bei Hennigsdorf dann in den abzweigenden Havelkanal zurück bis zur Potsdamer Havel.

Kurs Potsdam

Unter fachkundiger Leitung ging es dann um 12 Uhr los. Vorne weg: Das Führungsboot „Albatros“. An Bord: Ein erfahrener Skipper mit seiner Crew, außerdem sind sie auch gute Freunde von Heinzigs. Alle anderen folgten hinterher. Bei bestem Wetter bot sich eine tolle Kulisse, denn jede Yacht war bis über alle Toppen geflaggt. Auf den Achterdecks saßen die Crews und genossen maritime Urlaubsstimmung, wie sie besser kaum sein kann. Charterseele, was will man mehr.
Schon das Befahren der Potsdamer Havel wird zu einem Genuss. Mehrere Seen mit glasklarem Wasser sind miteinander verbunden und bieten herrliche Anker- und Bademöglichkeiten. Unendlich breite Schilfgürtel und bewaldete Ufer präsentieren eine traumhaft schöne Kulisse. Das kleine Städtchen Werder lockt mit seiner bezaubernden Baumblüte, Caputh mit dem Einstein-Pavillion und der legendären Fähre.
Highlight Potsdam: Als Stadt der preußischen Könige hat sie außer dem eindrucksvollen Schloss Sanssouci noch vieles mehr zu bieten. So die Nikolaykirche, der Cecilienhof, das Holländische Viertel, schmucke Bürgerhäuser am Neuen Markt und stilvolle Villen mit bildschönen Gärten. Nicht zu vergessen im Ensemble der Höhepunkte ist das anschließende Babelsberg mit seinem Schloss und den bekannten Filmstudios. Auch die Glienicker Brücke darf nicht unerwähnt bleiben: Bei km 28,60 verbindet dieses markante Bauwerk als „Brücke der Einheit“ Potsdam mit Berlin-Zehlendorf. Vor 1990 wurden hier regelmäßig Agenten aus Ost und West ausgetauscht. Zwei verschiedene Farbtöne sollen an ihre geschichtsträchtige Vergangenheit erinnern: Der „Ostteil“ wurde bis zur Brückenmitte im Grünton des damaligen Warschauer Pakts gestrichen, die „Westseite“ in NATO-Grün.
Grund genug, im neuen „Yachthafen Tiefer See“ in Potsdam die erste Übernachtung und den ersten Landgang einzulegen. Vorgesehen ist eine Stadt- und Schlösserrundfahrt mit dem Sightseeing-Bus „Alter Fritz“ zu genau diesen markanten und vor allem geschichtsträchtigen Bauwerken. Unter kompetenter Führung wurde uns mit viel Charme, ein bisschen Witz und einem sehr ausgeprägtem Fachwissen die Geschichte des Alten Fritz und seiner Architektur erklärt. Zum Ausklang des heutigen Tages ging es dann in die bekannte Kneipe „Hohle Birne“ im Holländischen Viertel.

Der „Hauptmann von Köpenick“ lässt grüßen

hementour Finowkanal mit Yacht Charter Heinzig: Bootshaus DietrichAls Ziel des heutigen Chartertages steht das Bootshaus Dietrich am Lehnitzsee in Oranienburg auf dem Programm. Rund sechs Stunden werden dafür erforderlich sein. Zunächst folgen wir den Verlauf der Potsdamer Havel bis zum Jungfernsee. Dann geht es weiter auf dem rund 17 km langen Abschnitt der Unteren Havel-Wasserstraße, die ohne Schleusen direkt nach Berlin-Spandau führt. Während dieser Passage sollte man es nicht versäumen, einen Rundkurs über den Großen Wannsee zu fahren. Es lohnt sich, denn an den Ufern der „Berliner Badewanne“ gibt es Anlegestellen mehr als genug. Weiter Richtung Spandau: An Steuerbord sieht man den Grunewaldturm, an Backbord folgt die Scharfe Lanke mit ihren unzähligen Sportbootanlagen und direkt voraus liegt die Einfahrt zum Pichelsdorfer Gemünd. Von dieser Havelengstelle sind es nur noch vier Kilometer, dann ist das Unterwasser der Schleuse Spandau erreicht. Ein Binnenschiff belegt schon fast die Hälfte der Kammer und so passen fünf von uns nicht mit hinein. Wir schleusen in zwei Etappen und nach rund einer Stunde ist die Flotte im Oberwasser wieder komplett. Übrigens geht es jetzt bis zum Finowkanal immer auf der Havel-Oder-Wasserstraße entlang. Und die führt zunächst vorbei am Tegeler See und an Alt-Heiligensee bis nach Hennigsdorf. Dann folgen gigantische Stahlwerke aus alter Zeit. Gleich im Anschluss wird Schrott verladen. An den Kaianlagen dröhnt und scheppert es, wenn die Kräne kolossale Mengen gepresstes Metall auf Binnenschiffe verladen. Der Anblick ist nicht schön, aber beeindruckend.
Ankunft am Lehnitzsee beim Bootshaus Dietrich. Es bläst ein kräftiger Wind aus Südost und behindert das sonst unkomplizierte Festmachen in den Boxen. Bug- und Heckstrahlruder zeigen in dieser Situation mal wieder ihre positive Wirkung. Es dauert eine Weile, dann aber sind alle Yachten ohne Blessuren gut vertäut und das Landgangprogramm kann beginnen. Auch an diesem Tage haben sich Heinzigs wieder etwas besonderes einfallen lassen. Nach einem geführten Rundgang über das Gelände der Landesgartenschau Oranienburg sollte der Abend im bekannten Restaurant „Carollis“ ausklingen. Nicht nur ein tolles Büfett wurde dort für uns zubereitet, vielmehr war es der Auftritt von Jürgen Hilbrecht, dem namhaften Volksschauspieler, Sänger und Kabarettist, der unübertroffen und mit spritzigem Berliner Temperament Lieder von Otto Reutter zelebrierte. Sein „Hauptmann von Köpenick“ zählt zu den größten Erfolgen, aber auch mit Klassikern wie „Nehm’ Sie’n Alten“ oder „Geld regiert die Welt“ begeistert „Hilli“ seine Zuschauer immer aufs Neue. So auch uns. Wir sprachen noch am Ende des Törns von dem humorvollen Auftritt des Berliner Originals.


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