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Thementour Finowkanal April/Mai 2009

Thementour Finowkanal mit Yacht Charter Heinzig

Mit Yacht Charter Heinzig auf Thementour

Der Finowkanal: Seit seiner Einweihung 1746 verbindet er die Havel mit der Oder und beeinflusste maßgeblich die wirtschaftliche Entwicklung der Region im Osten Brandenburgs bis hinein ins 20. Jahrhundert. Heute wird diese älteste noch schiffbare Binnenwasserstraße Deutschlands ausschließlich für den maritimen Tourismus genutzt. Während der romantischen Passage wird man um Jahrzehnte zurück versetzt, denn Beschaulichkeit dominiert. Kein Wunder, dass immer mehr Charterurlauber den Finowkanal für einen Bootsurlaub in Deutschland entdecken.


Text und Fotos: Doris und Andreas Saal, www.fotomaritim.de


Schon vier seiner „Thementouren“ konnte Yacht Charter Heinzig erfolgreich beenden und so stand als fünfter Törn dieser Art der historische Finowkanal auf dem Programm. Als Chartertörn mit einem aufwändig organisierten Landgangprogramm bietet er sich geradezu an. Das Revier verspricht Erholung pur, zugleich aber auch Kultur, touristische Sehenswürdigkeiten und deutsche Geschichte.
Treffpunkt zur „Finowkanaltour“ war wieder der ADAC-Stützpunkt Marina Ringel in Alt-Töplitz an der Potsdamer Havel. Dieser gastfreundliche Hafen ist gleichzeitig Charterbasis von Familie Heinzig. Für die siebentägige Reise, man könnte auch „Flottentörn“ sagen, lagen zwölf Yachten am Steg zum Auslaufen bereit. Ihre Crews bestanden aus insgesamt 42 Teilnehmer. Sie kamen aus dem gesamten Bundesgebiet angereist, viele von ihnen konnte Heinzig als langjährige Charterstammkunden begrüßen. Sein Team hatte die Strecke vorher detailliert ausgearbeitet. Soll heißen: Über die Potsdamer Havel direkt nach Berlin, vorbei am legendären Wannsee zur Schleuse Spandau und über die anschließende Havel-Oder-Wasserstraße bis zum spektakulären Schiffshebewerk Niederfinow. Vom kleinen Städtchen Oderberg über den alten Finowkanal wieder bis zur Havel-Oder-Wasserstraße und bei Hennigsdorf dann in den abzweigenden Havelkanal zurück bis zur Potsdamer Havel.

Kurs Potsdam

Unter fachkundiger Leitung ging es dann um 12 Uhr los. Vorne weg: Das Führungsboot „Albatros“. An Bord: Ein erfahrener Skipper mit seiner Crew, außerdem sind sie auch gute Freunde von Heinzigs. Alle anderen folgten hinterher. Bei bestem Wetter bot sich eine tolle Kulisse, denn jede Yacht war bis über alle Toppen geflaggt. Auf den Achterdecks saßen die Crews und genossen maritime Urlaubsstimmung, wie sie besser kaum sein kann. Charterseele, was will man mehr.
Schon das Befahren der Potsdamer Havel wird zu einem Genuss. Mehrere Seen mit glasklarem Wasser sind miteinander verbunden und bieten herrliche Anker- und Bademöglichkeiten. Unendlich breite Schilfgürtel und bewaldete Ufer präsentieren eine traumhaft schöne Kulisse. Das kleine Städtchen Werder lockt mit seiner bezaubernden Baumblüte, Caputh mit dem Einstein-Pavillion und der legendären Fähre.
Highlight Potsdam: Als Stadt der preußischen Könige hat sie außer dem eindrucksvollen Schloss Sanssouci noch vieles mehr zu bieten. So die Nikolaykirche, der Cecilienhof, das Holländische Viertel, schmucke Bürgerhäuser am Neuen Markt und stilvolle Villen mit bildschönen Gärten. Nicht zu vergessen im Ensemble der Höhepunkte ist das anschließende Babelsberg mit seinem Schloss und den bekannten Filmstudios. Auch die Glienicker Brücke darf nicht unerwähnt bleiben: Bei km 28,60 verbindet dieses markante Bauwerk als „Brücke der Einheit“ Potsdam mit Berlin-Zehlendorf. Vor 1990 wurden hier regelmäßig Agenten aus Ost und West ausgetauscht. Zwei verschiedene Farbtöne sollen an ihre geschichtsträchtige Vergangenheit erinnern: Der „Ostteil“ wurde bis zur Brückenmitte im Grünton des damaligen Warschauer Pakts gestrichen, die „Westseite“ in NATO-Grün.
Grund genug, im neuen „Yachthafen Tiefer See“ in Potsdam die erste Übernachtung und den ersten Landgang einzulegen. Vorgesehen ist eine Stadt- und Schlösserrundfahrt mit dem Sightseeing-Bus „Alter Fritz“ zu genau diesen markanten und vor allem geschichtsträchtigen Bauwerken. Unter kompetenter Führung wurde uns mit viel Charme, ein bisschen Witz und einem sehr ausgeprägtem Fachwissen die Geschichte des Alten Fritz und seiner Architektur erklärt. Zum Ausklang des heutigen Tages ging es dann in die bekannte Kneipe „Hohle Birne“ im Holländischen Viertel.

Der „Hauptmann von Köpenick“ lässt grüßen

hementour Finowkanal mit Yacht Charter Heinzig: Bootshaus DietrichAls Ziel des heutigen Chartertages steht das Bootshaus Dietrich am Lehnitzsee in Oranienburg auf dem Programm. Rund sechs Stunden werden dafür erforderlich sein. Zunächst folgen wir den Verlauf der Potsdamer Havel bis zum Jungfernsee. Dann geht es weiter auf dem rund 17 km langen Abschnitt der Unteren Havel-Wasserstraße, die ohne Schleusen direkt nach Berlin-Spandau führt. Während dieser Passage sollte man es nicht versäumen, einen Rundkurs über den Großen Wannsee zu fahren. Es lohnt sich, denn an den Ufern der „Berliner Badewanne“ gibt es Anlegestellen mehr als genug. Weiter Richtung Spandau: An Steuerbord sieht man den Grunewaldturm, an Backbord folgt die Scharfe Lanke mit ihren unzähligen Sportbootanlagen und direkt voraus liegt die Einfahrt zum Pichelsdorfer Gemünd. Von dieser Havelengstelle sind es nur noch vier Kilometer, dann ist das Unterwasser der Schleuse Spandau erreicht. Ein Binnenschiff belegt schon fast die Hälfte der Kammer und so passen fünf von uns nicht mit hinein. Wir schleusen in zwei Etappen und nach rund einer Stunde ist die Flotte im Oberwasser wieder komplett. Übrigens geht es jetzt bis zum Finowkanal immer auf der Havel-Oder-Wasserstraße entlang. Und die führt zunächst vorbei am Tegeler See und an Alt-Heiligensee bis nach Hennigsdorf. Dann folgen gigantische Stahlwerke aus alter Zeit. Gleich im Anschluss wird Schrott verladen. An den Kaianlagen dröhnt und scheppert es, wenn die Kräne kolossale Mengen gepresstes Metall auf Binnenschiffe verladen. Der Anblick ist nicht schön, aber beeindruckend.
Ankunft am Lehnitzsee beim Bootshaus Dietrich. Es bläst ein kräftiger Wind aus Südost und behindert das sonst unkomplizierte Festmachen in den Boxen. Bug- und Heckstrahlruder zeigen in dieser Situation mal wieder ihre positive Wirkung. Es dauert eine Weile, dann aber sind alle Yachten ohne Blessuren gut vertäut und das Landgangprogramm kann beginnen. Auch an diesem Tage haben sich Heinzigs wieder etwas besonderes einfallen lassen. Nach einem geführten Rundgang über das Gelände der Landesgartenschau Oranienburg sollte der Abend im bekannten Restaurant „Carollis“ ausklingen. Nicht nur ein tolles Büfett wurde dort für uns zubereitet, vielmehr war es der Auftritt von Jürgen Hilbrecht, dem namhaften Volksschauspieler, Sänger und Kabarettist, der unübertroffen und mit spritzigem Berliner Temperament Lieder von Otto Reutter zelebrierte. Sein „Hauptmann von Köpenick“ zählt zu den größten Erfolgen, aber auch mit Klassikern wie „Nehm’ Sie’n Alten“ oder „Geld regiert die Welt“ begeistert „Hilli“ seine Zuschauer immer aufs Neue. So auch uns. Wir sprachen noch am Ende des Törns von dem humorvollen Auftritt des Berliner Originals.

Wo Schiffe Fahrstuhlfahren

Thementour Finowkanal mit Yacht Charter Heinzig: Schiffshebewerk NiederfinowAm nächsten Tag: Ablegen Bootshaus Dietrich um 8.30 Uhr, Einlaufen in die Schleuse Lehnitz um 8.45 Uhr. In der rund 134 m langen Kammer liegt bereits ein polnisches Binnenschiff, trotzdem passen alle unsere Charteryachten mit hinein. Auch für Schleusenmeister eine nicht alltägliche Kulisse.

Weiter Kurs Niederfinow. Auf diesem Abschnitt der Havel-Oder-Wasserstraße sind Wald und Wiesen durchweg unsere ständigen Begleiter. Ab Eberswalde bestimmen dann Industrie- und Gewerbeanlagen das Landschaftsbild. Um 15 Uhr liegen wir im Oberwasser an der Sportbootwartestelle vor dem Schiffshebewerk Niederfinow. Von hier aus sieht das älteste, noch „diensttuende“ Bauwerk dieser Art ziemlich harmlos aus. Wer so denkt, wird seine Meinung aber spätestens im Unterwasser erheblich revidieren müssen. Alle unsere Yachten liegen vertäut im Trog. Egal wo man hinschaut: Die mächtige Stahlkonstruktion hinterlässt einen Eindruck, den man so schnell nicht vergessen wird. Beinahe lautlos setzt sich der Trog wie ein Fahrstuhl nach unten in Bewegung. Riesige Gegengewichte sorgen für entsprechenden Ausgleich und in nur fünf Minuten ist die Aktion beendet.

Im Unterwasser: Hier zeigt der Koloss seine volle Größe. Immerhin überwindet er bei einer Gesamthöhe von 60 m einen schiffbaren Höhenunterschied von 36 m. Dafür wurden damals 72000 Kubikmeter Beton und 14000 t Stahl benötigt. Gekostet hat das Bauwerk mal 27,5 Millionen Reichsmark. Dennoch: Die Tage des Giganten sind gezählt. Trotz Zuverlässigkeit dieser ingenieurstechnischen Meisterleistung von 1934 ist sein 85 m langer Trog für moderne Güterschiffe inzwischen viel zu klein und sein Tiefgang von zwei Metern entspricht nicht mehr dem heutigen Standard. Der Schiffsverkehr zwischen Ost und West boomt und so wird gleich nebenan ein neues Hebewerk mit deutlich größeren Ausmaßen gebaut. Es soll künftig dem prognostiziertem Durchgang von weit über vier Millionen Gütertonnen pro Jahr gewährleisten.
Nach rund neun Kilometer erreicht unser Flottenverband um 18 Uhr das heutige Tagesziel: Marina Oderberg. Dieser Yachthafen bietet Bootsfahrern einen nahezu lückenlosen Service. Für Charterboote mit einer Länge von zehn Meter und mehr ist es zwischen Oranienburg und Oderberg übrigens die einzige Anlage, die über eine entsprechende Steganlage verfügt.
Auf der Terrasse des hauseigenen Restaurants genießt man ein tolles Panorama auf den idyllisch gelegenen Sportboothafen und obendrein wird als Besonderheit neben regionalen Spezialitäten auch frischer Räucherfisch aus dem eigenen Ofen angeboten.

Zurück in die Vergangenheit

Thementour Finowkanal mit Yacht Charter HeinzigFür die Passage durch den historischen Finowkanal haben Heinzigs zwei Tage eingeplant. Um die Mündung des Kanals zu erreichen, geht es von Oderberg zunächst acht Kilometer wieder zurück. Rund 32 km Bergfahrt liegen jetzt vor uns und am Ende werden wir dann wieder die Havel-Oder-Wasserstraße erreichen.

Ein starkes Stück Natur liegt vor uns – und deutsche Geschichte. Es begann Anfang des 17. Jahrhunderts. Damals wurde unter Leitung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm bereits 1609 eine Kanalstrecke von 22 km fertig gestellt. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und Rückschläge bei den Konstruktionsarbeiten erlaubten erst 1620 die Aufnahme des Verkehrs auf der 38 km langen Strecke.

Infolge des Dreißigjährigen Krieges zerfiel dieses Wasserbauwerk. Danach gab Friedrich II. den Auftrag für die Wiederherstellung mit verändertem Streckenverlauf und den Bau von zwölf Schleusen. 1746 erfolgten erste Probefahrten, 1749 waren sämtliche Arbeiten abgeschlossen. Als eine der bedeutungsvollsten Verkehrsverbindungen in Brandenburg beeinflusste der Finowkanal für einen langen Zeitraum die rasante wirtschaftliche Entwicklung zwischen Havel und Oder bis hinein ins 20. Jahrhundert. Wegen der respektablen Auslastung mussten zwischendurch in den Jahren 1876/77 sogar alle Schleusen saniert werden. An jeder wurden 16 Kastanien gepflanzt, von denen noch heute viele erhalten blieben. Im Jahr 1906 erreichte der Kanal mit einem Güterdurchgang von rund 2,8 Millionen Tonnen das Maximum seines Bestehens. Dennoch ging trotz der positiven Bilanzen nach Einweihung des parallel verlaufenden Oder-Havel-Kanals (Bestandteil der Havel-Oder-Wasserstraße) im Jahr 1914 seine Attraktivität aufgrund seiner geringen Breite und den zu klein gewordenen Schleusen für die gewerbliche Schifffahrt schnell verloren. In der Folgezeit diente er dann überwiegend zur Regulierung des Wasserhaushaltes und dementsprechend wurden nur die wichtigsten Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Als Erbe des wirtschaftlichen Rückschritts konnte sich aber an den Ufern eine üppige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln.

Ab 1990 stand ihm eine Renaissance bevor. Großzügig bereit gestellte finanzielle Mittel führten zu umfangreichen Sanierungsarbeiten und seit einigen Jahren ist der Finowkanal mit seinen zwölf Schleusen wieder schiffbar. Sportboote mit und ohne Motorantrieb können ihn durchgehend befahren und so bleibt er vor allem dem maritimen Tourismus erhalten.

Wir fahren ganz langsam, können so besser genießen. Für den gesamten Kanal gelten ohnehin nur 6 km/h zulässige Höchstgeschwindigkeit. Während der idyllischen Passage brachten Romantik pur, Beschaulichkeit und eine traumhaft schöne Uferlandschaft alle Beteiligten zum Schwärmen. Sensationell sind seine Schleusen. Handbetrieben versteht sich – so wie früher schon. Sie alle wurden damals mit doppelbreiten Kammern und versetzten Häuptern für Schiffsgrößen mit 40,20 m Länge und 4,60 m Breite ausgestattet (altes Finowmaß). Auf diese Weise passten zwei Lastkähne nebeneinander in die Kammer. Ihre Bedienung erfordert Muskelkraft des Schleusenpersonals, denn Schütze und Tore werden auch heute noch über schwere Handkurbeln aus Eisen bewegt. Immer sechs von unseren Yachten können hinein. Wir schleusen zu Berg und so müssen besonders die Vorleinen gut geführt werden, weil das einströmende Wasser durch die Schütze und seitlich neben den Toren mit donnerndem Getöse in die Kammer rauscht. Auf erheblichen Schwell muss man vorbereitet sein! Nach 20 Minuten ist ein Schleusenvorgang beendet. Lichtzeichenanlagen gibt es nicht, die hilfsbereiten Schleusenwärter signalisieren per Handzeichen das Ein- und Auslaufen.

Quer durch die Schorfheide

Thementour Finowkanal mit Yacht Charter HeinzigAbsolute Stille. Nur der Ruf des Kuckucks ist zu hören. Auf sattgrünen Wiesen weiden gemächlich Kühe, mächtige Bäume verwandeln die Wasseroberfläche zu einem bizarren Spiegelbild, liebevoll gepflegte Kleingärten reichen bis ans Wasser, dazwischen immer wieder Feuchtbiotope und Seerosenfelder. Angefressene, umgefallene Baumstämme signalisieren: hier wohnt Familie Biber. Wie ein silberne Faden Schlängelt sich der Finowkanal durch Brandenburgs Schorfheide. Ein Idyll, dass seines Gleichen sucht.

Der Wasserwanderrastplatz in Eberswalde wird heute unser Liegeplatz zum Übernachten. Dieser ehemalige Industriestandort wurde für Freizeit und Tourismus umgestaltet. Bevor es zum gemütlichen Teil übergeht, haben Heinzigs in ihrem Landgangprogramm noch eine Stadtführung vorbereitet. Das Interessanteste: Eberswalde erstreckt sich auf einer Länge von rund 15 km entlang des Finowkanals. Die Stadt gilt als Wiege der brandenburg-preussischen Industrie. Noch heute erinnern die Stadtteile Kupferhammer, Eisenspalterei und Messingwerk an die drei bedeutendsten technischen Anlagen aus drei Jahrhunderten. Auf dem Gelände der Landesgartenschau 2002 wurden wichtige Zeugnisse aus dieser Zeit in einem Landschafts- und Gartenpark eindrucksvoll integriert.

Am nächsten Tag wird draußen bei bestem Wetter wieder auf dem Achterdeck gemütlich gefrühstückt. Nach dem Ablegen können wir Teile alter Fabrikanlagen aus der Bordperspektive betrachten. Und das war mehr als eindrucksvoll. Es kommt zunächst der Schornstein von ehemals Kupferhammer in Sicht, dann folgt der Montagekran von Eberswalder Kranbau, die Hufeisenfabrik, das alte Blechenhaus, das Walzwerk und die Papierfabrik Wolfswinkel.

Sie alle wurden 1990/91 geschlossen. Nur die Namen der Schleusen erinnern noch heute an deren Handwerke, beispielsweise Drahthammerschleuse oder Schleuse Kupferhammer.
Weiter geht es mitten durch das stille Finowtal, denn nach verlassen des Stadtgebietes von Eberswalde dominiert wieder eine unglaublich schöne Naturlandschaft.

Schleuse Schöpfurth: Im Oberwasser liegt die „Marina Alte Mühle“. Ihr idyllischer Hafen wird von großen Bäumen umgeben, ihre Einfahrt überspannt eine hölzerne Fußgängerbrücke. Es gibt WC, Duschen und einen Imbiss. Zum Ortskern sind es nur zwei Minuten. Ein Termin könnte auch für Wasserwanderer interessant sein: Es ist das traditionelle Flößerfest, dass hier immer Anfang Juli stattfindet. Infos hierzu: www.schorfheide.de.

Gleich im Anschluss führt der Kanal durch das alte Flussbett der Finow. Wie schon zuvor auf anderen Abschnitten zieht er auch hier mit seiner Tier- und Pflanzenwelt alle seine Register, wenn es darum geht, Chartercrews in anmutigende Urlaubsstimmung zu versetzen.
Der fünfte Tag hatte uns wieder eine abwechslungsreiche Mischung aus Natur, Kultur und Architektur präsentiert. Er wird uns lange in Erinnerung bleiben. Es ist 15 Uhr und wir erreichen zum Übernachten Marina Eisvogel in Finowfurt bei km 65,30. Der ruhig gelegene Hafen wurde ausgebaggert und im Mai 2009 für Sportboote frei gegeben. Sanitäre Einrichtungen, Waschmaschine, Trockner und ein kleiner Lebensmittelshop sind bereits vorhanden. Betreiber ist Familie Schippel, die auch ihr ausgebautes Floss „Schippelschute“ für gesellige Rundfahrten auf dem Finowkanal anbieten. So etwa 75 Personen können mitfahren, in der Kombüse werden Snacks zubereitet, diverse Getränke gibt es an Bord und auch zünftige Live-Musik gehört bei vielen Ausflügen dazu.

Rückfahrt über den Havelkanal

Heutiges Tagesziel unseres Chartertörns ist wieder das Bootshaus Dietrich am Lehnitzsee. Nach den drei letzten Schleusen heißt es Abschied nehmen vom Finowkanal. Beim Erreichen der Havel-Oder-Wasserstraße (wir fuhren hier bereits auf der Hinfahrt vorbei) haben unsere Charteryachten einen Höhenunterschied von rund 36 m überwunden. Ein letzter Blick achteraus lässt ein bisschen Schwermut aufkommen, so fasziniert waren wir vom alten Finowkanal. Dann aber fährt unsere Flotte unaufhaltsam den direkten Kurs zurück nach Oranienburg.
Letzter Abend: Das Anlegen beim Bootshaus Dietrich verlief dieses Mal reibungslos. Fast Windstille, nur eine leichte Brise wehte über den Lehnitzsee. Ein kaltes Büfett und geselliges Kegeln in der nahe gelegenen „Erlebniscity Oranienburg“ wird den Abend beenden.
Um rechtzeitig wieder die Charterstation zu erreichen, folgen wir ab Hennigsdorf der westlichen Umgehung Berlins: dem Havelkanal. Anfang der 1950-ziger Jahre wurde er von der damaligen DDR gebaut. Seine knapp 35 km lange Strecke verbindet die Untere Havel-Wasserstraße auf Höhe der Potsdamer Havel mit der Havel-Oder-Wasserstraße bei Hennigsdorf. Als triste Kanallandschaft kann man ihn nicht bezeichnen. Seine Ufer sind durchweg begrünt, teils auch bewaldet. Überwiegend Binnenschiffe sind hier von Ost nach West unterwegs und nutzen die deutlich kürzere Strecke als vergleichsweise durch Berlin. Nur eine Schleuse muss talwärts passiert werden. Es ist Schönwalde bei km 8,80.
Rund vier Stunden brauchen wir für die Kanal-Passage und nach knapp einer weiteren Stunde über die Potsdamer liegen alle Boote wieder vertäut am Steg bei Yacht Charter Heinzig in Alt-Töplitz.

Fazit

Eine abwechslungsreiche Thementour quer durch Brandenburg lag hinter uns. An der ausgearbeiteten Törnplanung gab es nichts zu beanstanden und die Landgänge passten harmonisch zu den örtlichen Gegebenheiten. Alle Charteryachten befanden sich technisch und optisch in einem exzellenten Zustand. Hinzu kam eine reichhaltige Ausstattung, u.a. gehört das hauseigene Navigationssystem „Aqua Sirius“ zur Standardausstattung an Bord. Dieser elektronische Törnassistent informiert ständig über nautische- und touristische Daten und Fakten.
Als Favorit konnte sich der uneingeschränkt gute Zusammenhalt der Teilnehmer untereinander behaupten. Nach der Devise: „Einer für alle, alle für einen“ hatten auch unerfahrene Crews zu keinem Zeitpunkt nautische Probleme. Wenn es mal darauf ankam, half jeder den anderen. Soll heißen: Es war eine Thementour mit Niveau. Kompliment an Familie Heinzig. Und weil sich der gute Service in der Charterszene herumgesprochen hat, liegen für die nächsten Thementouren schon Buchungen vor.

Tipps für den Törn

Schleusen/Schiffshebewerk Niederfinow
Potsdamer Havel und Untere Havel-Wasserstraße (vom Abzeig Potsdamer Havel bis Berlin-Spandau): Keine Schleusen

Havel-Oder-Wasserstraße:

Schleuse Spandau, Kammergröße: Länge 115 m, Breite 12,50 m. Hub ca. 2,20 m.
Mit Schleusenpersonal, Telefon: 030-33 08 05 20.
Betriebszeiten: 1. April bis 31. Oktober: Montag bis Samstag 6 bis 22 Uhr, Sonntag 7 bis 22 Uhr. 1. November bis 31. März: Montag bis Samstag 6 bis 20 Uhr, Sonntag 7 bis 19 Uhr.

Schleuse Lehnitz, Kammergröße: Länge 134 m, Breite 11,92 m. Hub ca. 5,70 m.
Mit Schleusenpersonal, Telefon: 03301-80 80 10.
Betriebszeiten: Montag bis Samstag 6 bis 22 Uhr, Sonntag bis 7 bis 22 Uhr.

Schiffshebewerk Niederfinow, Troggröße: Länge 85 m, Breite 12 m. Höhenunterschied 36 m.
Mit Betriebspersonal, Telefon: 033362-7 12 15.
Betriebszeiten: täglich 00:00 bis 24 Uhr.

Finowkanal:
12 Schleusen: Liepe, Stecher, Ragöse, Eberswalde, Kupferhammer, Drahthammer, Wolfswinkel, Heegermühle, Schöpfurt, Grafenbrück, Leesenbrück, Ruhlsdorf.
Kammergröße: Länge 40,20 m, Breite 4,60 m. Geringster Hub 1,70 m (Ruhlsdorf), größter Hub 4 m (Kupferhammer).
Funktion: Handbetrieb durch Schleusenpersonal.
Betriebszeiten: 1. Mai bis 30. September täglich von 9 bis 17 Uhr. Außerhalb der Zeiten Anmeldung beim WSA-Eberswalde, Telefon: 03335-4 51 60.

Havelkanal:
Schleuse Schönwalde, Kammergröße: Länge 82,20 m, Breite 12 m. Hub ca. 2 m.
Mit Schleusenpersonal, Telefon: 03322-36 16.
Betriebszeiten: Montag bis Samstag 6 bis 20 Uhr, Sonntag 8 bis 20 Uhr.

Spritverbrauch
Für die erforderlichen 37 Betriebsstunden waren je nach Bootsgröße rund 200 Liter Diesel erforderlich. Durschnittsverbrauch 5,50 Liter. Bei einem Diesel-Preis von gerechneten 1,15 Euro pro Liter sind rund 230 Euro einzuplanen. Sprit bunkern war auf diesem Törn nicht erforderlich.

Tagesetappen

1. Tag: Alt-Töplitz (Charterstation) - Potsdam: 16 km
2. Tag: Potsdam - Oranienburg: 50 km
3. Tag: Oranienburg - Oderberg: 64 km
4. Tag: Oderberg - Eberswalde: 20 km
5. Tag: Eberswalde - Finowfurt: 11 km
6. Tag: Finowfurt - Oranienburg: 30 km
7. Tag: Oranienburg - Alt-Töplitz (Charterstation): 57 km

Die Charterfirma

Yacht Charter Heinzig
Ringstraße 31, 26689 Apen
Telefon: 04489-65 00
E-Mail: info@heinzig.de
Internet: www.heinzig.de
Charterstation (im Hafen der Marina Ringel): An der Havel 38, 14542 Werder-Alt Töplitz.
Zu erreichen über die Autobahn A 10, Abfahrt Nr. 24/Leest, Alt Töplitz.

Die Charterflotte

Yacht Charter Heinzig verfügt inzwischen über 29 Stahlverdränger, überwiegend von der niederländischen Yachtwerft Gruno. Bootsgrößen: 6,30 bis 13,50 m, ausgelegt für zwei bis acht Personen.

Thementouren

bisher gefahren:
- Elbetour, von Potsdam über Brandenburg bis zur Elbe mit Wasserstraßenkreuz Magdeburg
- Hauptmanntour, von Potsdam bis Berlin-Köpenick
- Schlössertour, von Potsdam über Oranienburg bis Rheinsberg
- Finowkanaltour, von Potsdam nach Oderberg, zurück über den Finowkanal
geplant:
- Fontanetour, von Potsdam über Berlin zum Scharmützelsee (10/2009)
- Elbetour, von Potsdam über Brandenburg bis zur Elbe mit Wasserstraßenkreuz Magdeburg (4/2010)
- Schlössertour, von Potsdam über Oranienburg bis Rheinsberg (10/2010)

Nautische- und touristische Informationen

Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg
Brielower Landstraße 1, 14772 Brandenburg
Telefon: 03381-26 60
E-Mail: wsa-brandenburg@wsv-bund.de
Internet: www.wsa-brandenburg.wsv.de

Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde
Schneidemühlenweg 21, 16225 Eberswalde
Telefon: 03334-27 60
E-Mail: wsa-eberswalde@wsv.bund.de
Internet: www.wsa-eberswalde.de

Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin
Mehringdamm 129, 10965 Berlin
Telefon: 030-6 95 32-0
E-Mail: wsa-berlin@wsv.bund.de
Internet: www.wsa-b.de

TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH
Am Neuen Markt 1, 14467 Potsdam
Telefon: 0331-29 87 30
E-Mail: info@reiseland-brandenburg.de
Internet: www.reiseland-brandenburg.de

Tourist-Information Eberswalde
Steinstraße 3, 16225 Eberswalde
Telefon: 03334-6 45 20
E-Mail: tourist-info@eberswalde.de
Internet: www.eberswalde.de

Berlin Tourismus Marketing GmbH
Am Karlsbad 11, 10785 Berlin
Telefon: 030-25 00 25
E-Mail: information@btm.de
Internet: www.berlin-tourist-information.de