Etappe 2: Von Havelberg nach Dömitz
Zweite Etappe: Von Havelberg nach Dömitz
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Die zweite Etappe führt uns von Havelberg über die Elbe nach Dömitz. Streng genommen zählt auch schon die in der letzten Etappe beschriebene Fahrt über den Gnevsdorfer Vorfluter dazu, hier wird also nur die Strecke über die Elbe beschrieben. Der Vorfluter mündet bei Elbstromkilometer 438 in die Elbe. Da wir erst relativ spät auf das Niveau der Elbe schleusen konnten, haben wir bereits nach 17km in Wittenberge angelegt. Dömitz liegt bei Kilometer 504, insgesamt sind also auf der Elbe 66km zurück zu legen.
| Benötigt wird der Band "Sportschifffahrtskarten Binnen 4 - Elbe und Kanalverbindungen" der Verlagsgesellschaft Nautische Veröffentlichung | Und dann ist es soweit: Die Schleusentore öffnen sich und wir fahren auf die Elbe, die Strömung erfasst uns und die Reise beginnt. Im ersten Stück steht wieder der Wind gegen die Strömung... |  | ...und die "Andrea" produziert jede Menge Gischt! | 
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Ute hat das Ruder übernommen und fährt in den Abend. Der Hebel "liegt auf dem Tisch" und das Boot läuft 7 Knoten, dazu kommen drei Knoten Strömung - da macht man Meilen! | | | |
| Das Fahrwasser wechselt beständig die Lage im Strom: Da wir stromab fahren, liegen die roten Quadrate auf unserer Steuerbordseite, dann ist auch das Fahrwasser auf dieser Seite. Die gelben Kreuze zeigen an, wenn auf die andere Seite gewechselt werden muss: |  | | Und dort grüßt schon das Gegenstück, ein "liegendes Kreuz" auf grün-weißem Pfahl |  | | |
| Von nun an geht es auf unserer Linken weiter, bis wieder ein Kreuz anmahnt, dass gewechselt werden muss und auf der anderen Seite das Gegenstück auftaucht. | 
| Gemein wird es bei diesem Zeichen: Kaum angekommen, geht es wieder zurück! Zwei stehende Kreuze bei Elb-Kilometer 458
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Und so machen wir gemeinsam mit der Berufsschifffahrt jeden Wechsel der Fahrrinne mit auf unserem Weg stromab
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| Wir schreiben "Sommer" 2002 - Tief "Deborah" drückt Regenwolken ohne Ende ins Elbtal. Die tiefstehende Sonne produziert ein unheimliches Licht. | | | |
Dann taucht sie auf, die filigrane Struktur der Eisenbahnbrücke von Wittenberge, unsere erste Etappe auf der Elbe geht zu Ende, hier werden wir übernachten. Die "Andrea" fährt weiter, ihr Ziel ist ihr Heimathafen Gorleben, 40 km liegen noch vor ihr! | | Im neuen Yachthafen ist ausreichend Platz - allerdings nicht mehr auf der Sportbootseite, deshalb legen wir uns an die Spundwand auf der Stadtseite. | 
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Als sich dann tatsächlich noch einmal die Sonne blicken lässt, starten wir zum Bummel durch die Stadt. | | Wie in allen anderen Städten auch hier: Viele liebevoll und aufwendig restaurierte Projekte und daneben zahlreiche verfallene Häuser. Viele Probleme bereitet die "Rückgabe-Regelung", die neuen Besitzer haben oft kein Interesse an einer Renoverung, verlangen aber andererseits horrende Preise für die Immobilie, die Folge: Das Gebäude verfällt mehr und mehr. Viele dieser "Vereinigungs-Ruinen" verschandeln so an oft exponierter Stelle das Ortsbild. Schlimmer aber sind die vielen Leerstände - Büros, Geschäfte, Wohnungen - Schuld ist zum Teil die immer noch ungebrochene Wanderungsbewegung in die alten Bundesländer, ein schlimmer Aderlass für Städt und Gemeinden, denn mit den Menschen geht auch die Infrastruktur. Wir merken das beim Einkaufen - große Billigdiscounter halten sich - gut sortierte Lebensmittelgeschäfte mit breitem Sortiment auch in den Frische-Abteilungen sind selten. Schade, irgendwie kommt der Laden hier nicht richtig in Schwung!
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Am nächsten Morgen geht es früh weiter. Unzählige Buhnen und andere Strombauwerke säumen die Ufer der Elbe. Bei Hochwasser sind die Dämme nicht zu sehen. An den gefährlichen Stellen werden sie durch Stangen gekennzeichnet. Gut zu erkennen: der Nehrstrom hinter dem Buhnenkopf, der in die Gegenrichtung setzt. | 
| Idylle am Elbstrand: Verborgen hinter den Bäumen ein großes Haus, Bade- und Bootsanlegesteg und ein weidender Schimmel - schon fast kitschig. Auf solche "Anwesen" in hervorragender Lage am Wasser treffen wir sehr oft. Manchmal sind es Heime oder andere Einrichtungen, meist aber Privatgebäude. | 
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Elbstromkilometer 476: "Böser Ort", eine stark versandete Innenkurve. Die Sandbänke sind deutlich zu erkennen. Mit grünen Tonnen wird die Gefahr gebannt. Wer hier aufläuft, wird kaum aus eigener Kraft wieder die berühmte Handbreit Wasser unter den Kiel bekommen! | | Auch die "Hein Mück" treffen wir wieder - ebenfalls auf dem Weg nach Dömitz. |  | | |
Die alte Elbbrücke bei Dömitz, im Krieg zerstört und danach nicht wieder aufgebaut.
| | Aber das Symbol für die Wiedervereinigung ist auch schon erstellt: Die neue Elbbrücke bei Dömitz zeigt, dass ein neues Zeitalter begonnen hat. Mit den Vorlandbrücken überspannt das Bauwerk 970 Meter, mit allen Anschlussarbeiten hat das Projekt mehr als 80 Mio. DM gekostet - für die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist hier eine enorm wichtige Verbindung entstanden. Davor die "Helga", die stromauf fährt. Infos Dömitz | | | |
Dömitz liegt im Dreiländereck Brandburg, Mecklenburg und Niedersachsen. Hier gehörte die Elbe früher in ganzer Breite zur BRD, daher war die abzweigende Müritz-Elde-Wasserstraße nicht zu befahren und verfiel. Nach der Wiedervereinigung musste in Dömitz die komplette Scheusen- und Wehranlage neu erstellt werden, die alte Anlage war nicht mehr instand zu setzen. Neu bei dieser Anlage: Rechts neben dem Wehr ist eine Fischtreppe mit 27 Stufen eingebaut worden. Hinter der Schleuse liegt ein Yachthafen. | | Dummerweise hat man bei diesem Neubau auf Spundwände gesetzt, für Sportboote eigentlich nicht sinnvoll. Und da hier überhaupt nur noch Freizeit-Schifffahrt stattfindet eine schlechte Entscheidung. | | | |
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